06.07.2021

PM: Ackerbau: Ernte 2021 erstmalig mit strengeren Dünge-Auflagen

Der Sächsische Landesbauernverband e. V. (SLB) ist zum Erntestart 2021 mit dem bisherigen Witterungsverlauf zufrieden, verweist aber auf die noch unwägbaren wirtschaftlichen Auswirkungen angesichts der seit 1. Januar 2021 geltenden strengeren Dünge-Auflagen. „Die sächsischen Landwirtinnen und Landwirte sehen der neuen Ernte, trotz dieser nachteiligen Gegebenheiten, zwar zuversichtlich entgegen, aber die strengeren Auflagen beim Düngemitteleinsatz und die noch nicht abschätzbaren Auswirkungen auf die kommende Ernte, stellt viele unserer landwirtschaftlichen Betriebe vor schwierige wirtschaftliche Herausforderungen“, sagte Bauernpräsident und Landwirt, Torsten Krawczyk, am Dienstag (6.07.) beim symbolischen Erntestart im Landkreis Leipzig. „Wir können daher schwer einschätzen, welche Ergebnisse im Anbau von Kulturen in Sachsen langfristig erzielt werden können“, so Krawczyk.

Neuausweisung „roter Gebiete“: Wie weiter mit betroffenen Flächen im Betrieb?

Mit der Neuausweisung sogenannter „roter“ Gebiete“ nach einem bundesweit einheitlichen Verfahren durch die Änderungen von Düngeverordnung (DüVO) und Sächsischer Düngerechtsverordnung (SächsDüReVO) Ende 2020, wurden zu Beginn des neuen Jahres insgesamt 130.609 ha von insgesamt 702.673 ha Ackerland ausgewiesen, auf denen Kulturpflanzen nur noch zu 80 % ihres Stickstoffbedarfs gedüngt werden dürfen. „Diese politische Forderung ist momentaner Sachstand. Entsprechend zügig mussten wir unseren Blick auf ein auch weiterhin wirtschaftlich tragfähiges Betriebskonzept lenken. Immerhin liegen aktuell 42 % unserer Flächen im sogenannten „roten“ Gebiet“, informierten die beiden Geschäftsführer der KÖG Kleinbardau Landwirtschafts GmbH, Sten Köhler und Tobias Zehrfeld-Scheringer. „Gegenwärtig entwickeln wir deshalb gemeinsam mit unseren Beratern und der Dresdener Mühle geeignete Anpassungsstrategien an diese streitgegenständlichen Vorgaben. Denn auch in Zukunft muss jedes Agrarunternehmen ein wirtschaftlich tragfähiges Betriebsergebnis erzielen können, um langfristig seine Existenzgrundlage und die seiner Mitarbeiter zu sichern. Ansonsten besteht die Gefahr, dass unsere heimische Landwirtschaft gravierende Wettbewerbsnachteile erfährt und regionale Wertschöpfungsketten gesprengt werden. Wir sind daher froh, mit der Dresdener Mühle einen zuverlässigen Partner an der Seite zu wissen“, fügt Köhler hinzu.

Qualitätsprogramm „Ährenwort“ – ein Beispiel für eine regionale Wertschöpfungskette

Das Qualitätsprogramm „Ährenwort“ der Dresdener Mühle ist ein seit Jahrzehnten in der Praxis bewährtes Beispiel für eine gut funktionierende Wertschöpfungskette in Sachsen. Im Jahr 1992 schuf die Dresdener Mühle gemeinsam mit regionalen Landwirten und Bäckern diese Qualitätsmarke. „Derzeit arbeiten 150 Landwirte, 260 Bäcker und die Dresdener Mühle innerhalb des Programms zusammen und geben ihr Ehrenwort für Qualität, Sicherheit, Transparenz und Rückverfolgbarkeit. Wichtiger Bestandteil dieser Zusammenarbeit ist die Beratung der Landwirte zu Sorten, Anbau, Düngung und Pflanzenschutz“, sagte Konstanze Fritzsch, Leiterin für Getreideeinkauf/Vertragsanbau und Anbauberaterin der Saalemühle + Dresdener Mühle.

Anbauumfang der Kulturen

Die sächsischen Landwirte bearbeiten in diesem Wirtschaftsjahr rund 702.673 ha Ackerland. Davon entfallen ca. 355.300 ha auf den Getreideanbau, 105.700 ha auf Winterraps, 123.300 ha auf Hackfrüchte sowie 6.700 ha auf Hülsenfrüchte. Die Anbaufläche für Winterweizen/-gerste nahm ebenso deutlich ab (-3.200 ha) wie bei Sommerweizen/-gerste (-2.000 ha). Dieser Trend setzt sich auch bei Roggen und Triticale fort (-6.200 ha). Bei Winterraps wurde hingegen mehr als im Vorjahr 2020 bestellt (3.800 ha). Der Anbau von Mais ging zurück (4.600 ha), Kartoffeln und Hülsenfrüchte wurden im Anbauumfang erheblich verringert (-700 ha bzw. -400 ha), Zuckerrüben nahmen hingegen deutlich zu (1.300 ha).

Pressekontakt:
Diana Henke
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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