05.02.2021

Offener Brief: Insektenschutz-Paket zerstört die Kooperation zwischen Naturschutz und Landwirtschaft

Offener Brief des Präsidenten des Sächsischen Landesbauernverbandes e. V. an alle sächsischen
Bundes- und Landesabgeordnete

Sehr geehrte Damen und Herren,

anlässlich der bevorstehenden Entscheidung zum Insektenschutzgesetz am 10. Februar im Bundeskabinett möchte ich noch einmal eindringlich vor den gravierenden Folgen für unsere Landwirtschaft warnen:

o Mit den geplanten Auflagen einer Unterschutzstellung von artenreichem Grünland und Streuobstwiesen, einem pauschalen Gewässerabstand von 10 Metern sowie dem Verbot der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten wird das geplante Ziel des Insektenschutzes verfehlt, das Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Naturschutz auf Dauer mutwillig zerrüttet und zudem den Landwirten ohne jeglichen Ausgleich massive zusätzliche finanzielle Einbußen zugemutet.

o Stattdessen sollten die Initiativen beispielsweise der Länder Niedersachsen und Baden-Württemberg als Vorbild für den Dialog und die Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz genutzt werden.

o Derzeit ist davon auszugehen, dass mit dem Aktionsprogramm Insektenschutz die Erzeugung auf mindestens 1,2 Mio. Hektar landwirtschaftlicher Flächen deutschlandweit aus ideologischen Gründen und ohne zu erwartenden Nutzen für den Naturschutz mit Auflagen eingeschränkt wird.

o Bei uns im Freistaat Sachsen wären ca. 45.000 ha Ackerland und ca. 150.000 ha Grünland von den Auflagen des Aktionsprogramms Insektenschutz betroffen.

Das geplante Paket aus Insektenschutzgesetz und geänderter Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung hilft dem Insektenschutz nicht, belastet unsere Landwirtschaft massiv und muss abgelehnt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Torsten Krawczyk
Präsident

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