21.06.2019

SLB unterstützt Kretschmers Kurs zu Russland-Sanktionen

Wolfgang Vogel: "Handelsembargo kostet sächsische Landwirtschaft bis zu 400 Mio. Euro im Jahr."

SLB-Präsident Wolfgang Vogel dankte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer in einem Schreiben für dessen klare Positionierung für eine Aufhebung der Russland-Sanktionen. "Die couragierte Forderung des Ministerpräsidenten haben wir mit Hochachtung zur Kenntnis genommen“, so Vogel. „Herr Kretschmer kann sich in dieser Frage der Unterstützung aller in der Landwirtschaft wie auch in den vor- und nachgelagerten Bereichen Tätigen im Freistaat sicher sein."

Russland war vor dem Inkrafttreten des Lebensmittelembargos in Reaktion auf die Sanktionen der EU einer der wichtigsten Handelspartner für den sächsischen Lebensmittelexport. Durch den Abbruch dieser Handelsbeziehung schloss sich zum einen ein bewährter Absatzmarkt, zum anderen sanken schlagartig die Erzeugerpreise für Milch, Schweinefleisch, Getreide, Ölsaaten und Obst – zum Teil bis zur Existenzbedrohung für die Betriebe. Bei der Milch ist von einem durch das Embargo verursachten Preisverfall von 4 Cent je Kilogramm Milch auszugehen. Bei einer Jahresproduktion von 1,65 Milliarden Kilogramm Milch in Sachsen sind allein den heimischen Milchviehhaltern seitdem jährlich über 60 Millionen Euro an dringend benötigten Einnahmen verloren gegangen.

Fast ebenso dramatisch waren die Einbußen beim Schweinefleisch, dessen Erzeugerpreis über eine lange Phase unter 1,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht lag und damit deutlich unter den Erzeugungskosten von 1,65 Euro je Kilogramm. Nach den Berechnungen des SLB beläuft sich der finanzielle Verlust der Schweinefleischerzeuger auf 47 Millionen Euro jährlich. "Die Einbußen für die sächsische Landwirtschaft schätzt unser Verband auf insgesamt 300 bis 400 Millionen Euro pro Jahr", so Wolfgang Vogel.

Sachsens Bauernpräsident verweist zudem darauf, dass Russland mit dem Embargo ein gewaltiges Förderprogramm für die eigene Landwirtschaft aufgelegt habe. "Mit dessen Umsetzung wird sich das Exportgeschäft vieler deutscher Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte auf den russischen Markt auch in Zukunft erübrigt haben", erklärt Vogel die Folgen.

Das Treffen Kretschmers mit dem russischen Präsidenten Putin werte man als Beitrag zur Befriedung der Beziehungen mit Russland, betonte Vogel. Der Sächsische Landesbauernverband unterstützte die Forderungen des Ministerpräsidenten. "Wir möchten Michael Kretschmer in all seinen weiteren Bemühungen in dieser Richtung bestärken und ermutigen", so SLB-Präsident Vogel.

-- Medieninformation des SLB --

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