02.08.2018

Lage der Landwirte in Sachsen schwierig bis dramatisch

Landwirtschaftsminister Schmidt und Landesbauernpräsident Vogel beraten über aktuelle Lage


Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und deren landwirtschaftliche Auswirkungen tauschte sich Staatsminister Thomas Schmidt gestern (1. August 2018) erneut mit dem Präsidenten des Sächsischen Landesbauernverbandes e. V. (SLB), Wolfgang Vogel, sowie dem Verbandsgeschäftsführer, Manfred Uhlemann, aus. „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen ist die Lage für die landwirtschaftlichen Betriebe in großen Teilen Sachsens schwierig bis dramatisch. Dennoch müssen wir die Erfassung der Ernte abwarten, um die Ausfälle seriös beziffern zu können“, sagte Staatsminister Schmidt. „Wir werden schnellstmöglich der Aufforderung des Bundeslandwirtschaftsministeriums folgen und die sächsischen Zahlen melden.“

Insbesondere die Futternot der Tierhalter stehe im Fokus. „Sachsen wird im Bundesrat der Freigabe von ökologischen Vorrangflächen für den Anbau von Zwischenfrüchten zustimmen. Damit könnten Flächen, auf denen bisher nur eine Beweidung mit Ziegen und Schafen möglich ist, der Futterversorgung dienen“, erklärte Staatsminister Schmidt.

Als Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes e. V. (DBV) wies Vogel auf die weitergehende Betroffenheit in weiten Teilen Nord-, Mittel- und Ostdeutschlands hin. „Die diesjährige Dürre ist ein außergewöhnliches Naturereignis, bei dem es national um einen anteiligen Schadensausgleich für die weit über die normalen Ertragsschwankungen hinausgehenden Verluste geht. Deshalb muss die Bundesregierung umgehend ein Programm auflegen, bei dem die drohende Futternot Tiere haltender Betriebe besondere Berücksichtigung findet“, so Vogel.

Neben der notwendigen Unterstützung von staatlicher Seite appellierte Präsident Vogel auch an die Solidarität der Landwirte. „Gerade in solchen teils dramatischen Situationen ist die Hilfe untereinander wichtig. Unsere digitale Futtermittelbörse kann zum Beispiel einen Beitrag zur Sicherstellung der Futterversorgung für sächsische Nutztiere leisten“, so SLB-Präsident Vogel.

Staatsminister Schmidt und SLB-Präsident Vogel waren sich einig, dass weiterhin ein enger Austausch von Verbands- und Verwaltungsebene wichtig ist.

Weiterführende Links:
Futtermittelbörse des Sächsischen Landesbauernverbandes:
http://www.slb-dresden.de/index.php?menu=4&untermenu=8

Hintergrund: (Folgen der diesjährigen Dürre nach Ernteschätzungen des SLB)
In Sachsen wird auf einer Fläche von 379.144 ha Getreide angebaut.
• Winterweizen: 192.300 ha Anbaufläche, Ernteverlust zum Vorjahr 30 %, im Extremfall bis 75 %.
• Wintergerste: 89.600 ha Anbaufläche, Ernteverlust zum Vorjahr 40 %, im Extremfall bis 70 %.
• Roggen: 27.600 ha Anbaufläche, Ernteverlust zum Vorjahr 30 %
• Raps: 127.900 ha Anbaufläche, Ernteverluste zum Vorjahr 35 %
• Triticale: 17.600 ha Anbaufläche, Ernteverluste zum Vorjahr 25 %

Silomais wird in Sachsen auf einer Fläche von 75.700 ha angebaut.
• Silomais ist die wichtigste Futterkultur. Die Bestände haben das Wachstum aufgrund der Trockenheit fast eingestellt, Blätter sind eingerollt, nur geringer Kolbenansatz. Auch hier werden massive Ertragsverluste erwartet, damit fehlt die Futtergrundlage für die Tiere.

Grünland:
• Schnitt mit Mindererträgen
• 2. Schnitt mit erheblichen Verlusten (- 50 %) bis zum Totalausfall
• 3. Schnitt mit Totalausfall
Als Folge ergibt sich eine sehr angespannte Futtersituation in den Landwirtschaftsbetrieben, die sich mittlerweile auf ganz Sachsen ausdehnt.
Die Herbstbestellung mit Wintergetreide bereitet Landwirten weitere Sorgen, da die Bodenfeuchtigkeit zum Keimen des Saatgutes fehlt. Raps müsste in den nächsten Wochen in den Boden, benötigt aber Niederschläge zum Keimen.


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