03.07.2023

PM: Frühsommertrockenheit bestimmt Ernteerwartungen

Der Sächsische Landesbauernverband e. V. (SLB) hat am 03.7.2023 zur diesjährigen Ernteauftakt-Pressekonferenz in den Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher GmbH eingeladen.

Nach einem relativ vielversprechenden, aber verspäteten Start in das Frühjahr, begann Anfang Mai eine bis Mitte Juni andauernde Trockenheit. Die Niederschläge der vergangenen Tage brachten allenfalls eine geringe Befeuchtung des Oberbodens. Eine nachhaltige Verbesserung der nutzbaren Feldkapazität und des damit verbundenen pflanzenverfügbaren Wassers im Oberboden wurde nur in geringstem Maße und nur kurzzeitig erreicht. Die Lufttemperaturen um 30 Grad, die auch in den nächsten Tagen wieder anstehen sollen, führen zu einer weiteren Austrocknung der oberen Bodenschichten, so dass eventuelle Niederschläge innerhalb kurzer Zeit wieder verdunstet sind. Eine nachhaltige Verbesserung der Bodenwassersituation wird damit nicht erreicht. Es gilt nun abzuwarten, inwieweit sich die Niederschläge noch ertragswirksam auf die Sommerkulturen sowie Winterweizen, Raps und Hackfrüchte auswirken werden. Auch für das Grünland wären anhaltende Niederschläge sehr wichtig.

„Die Wintergerste, so scheint es, ist die Kultur, die mit der Trockenheit im Frühsommer noch am besten zurechtkommt“, so Bauernpräsident Torsten Krawczyk. „Bei den nachfolgenden Kulturen, wie z.B. Winterweizen, Roggen und Raps sowie die Sommerkulturen gestaltet es sich gegenwärtig noch unsicher, wie sich die Folgen der Frühsommertrockenheit auf den Ertrag auswirken werden. Wir gehen daher eher von einer durchschnittlichen Ernte aus.“

Sachsens Landwirtschaftsminister Wolfram Günther: „Die Landwirtschaft erlebt ein weiteres zu trockenes und im Schnitt zu heißes Jahr. Die Klimakrise als größte Herausforderung der Landwirtschaft ist die neue Normalität. Umso wichtiger ist es, dass wir unser Handeln für den Klimaschutz intensivieren und dass die Landwirtschaft sich an die Folgen der Klimakrise anpasst, mit entsprechender Sortenwahl, angepasster Bodenbearbeitung, Wasserrückhalt und vielen, vielen weiteren Maßnahmen. Diesen Weg gehen wir gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten.“

Zu den Getreidequalitäten sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine verlässlichen Aussagen möglich.

Problematisch sieht es nach einem guten ersten Aufschnitt auch bei den Grünlandaufwüchsen in Sachsen aus. Der Aufwuchs von Grünland stellt für sächsische Milchviehbetriebe eine wichtige Futtergrundlage dar. Fehlt diese, wird es mit der Futterversorgung der Tiere eng.

Wie bei den vorgenannten Kulturen fehlen auch bei den Hackfrüchten wie Kartoffeln und Zuckerrüben sowie beim Mais die Niederschläge. Hier kommt es darauf an, dass in den nächsten Wochen noch die notwendigen Niederschläge kommen. Ansonsten sind auch hier deutliche Ertragseinbußen zu erwarten.

Anbauumfang der Kulturen

Die sächsischen Landwirte bearbeiten in diesem Wirtschaftsjahr rund 701.916 ha Ackerland. Davon entfallen ca. 376.000 ha auf den Getreideanbau einschließlich Körnermais. Auf 185.300 ha wächst Weizen (-2,7 %), Gerste auf 116.800 ha und Roggen auf 31.700 ha (+14,3 %). Weitere Getreidearten sind Triticale (14.800 ha), Körnermais mit 13.000 ha und Hafer mit 10.700 ha. Winterraps ist nach dem Getreide mit 114.300 ha die bedeutendste Fruchtart. Silomais wird auf einer Fläche von 81.800 ha (+1,9 %) und Zuckerrüben auf 15.600 ha (+0,7 %) angebaut.

Pressekontakt:
Sächsischer Landesbauernverband e. V.
Diana Henke
Referatsleiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 351 262536-19
Mobil: +49 172 353 52 62
E-Mail: diana.henke@slb-dresden.de

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