07.07.2020

PM: Ernteauftakt im dritten Jahr mit Wetterextremen - Mehrgefahrenversicherung gefordert

Regional große Unterschiede und extreme Wetterlagen werden für sächsische Landwirte zur akuten Herausforderung.

Mittlerweile gilt Sachsen als eines der Bundesländer, das am stärksten von Trockenheit betroffen ist. Während besonders in Nordsachsen und in der Oberlausitz bis in tiefere Bodenschichten ein außergewöhnlich großes Wasserdefizit herrscht, bereiten extreme Wetterlagen mit Spätfrösten oder Starkniederschlägen den Landwirten anderen Ortes große Probleme. Welche Aussichten ergeben sich für die diesjährige Ernte und wie können landwirtschaftliche Betriebe mit diesen Ereignissen umgehen?
Darüber sprechen Torsten Krawczyk, Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes e. V. (SLB) und Wolfram Günther, Sächsischer Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft am 7. Juli 2020 in der Landgut Westewitz GbR im mittelsächsischen Großweitzschen.
„Die Situation ist alles andere als optimal. Die Unterschiede hinsichtlich der Entwicklung und Qualität der Ackerkulturen infolge der Witterungsextreme sind innerhalb von Sachsen riesig. Wir haben Betriebe, da läuft es ertragsmäßig im Durchschnitt gut. Andere hingegen sind existenziell bedroht oder deren Liquidität ist nicht mehr gesichert, “ sagt SLB-Präsident Torsten Krawczyk. Hier verweist er insbesondere auf die Wintergerste mit teilweise bis zu 80 Prozent Ernteverlusten vor allem auf leichten Standorten. Darüber hinaus hat der Frost bei Weizen, Roggen und Mais gebietsweisen Schaden, bis zum Totalausfall mancher Schläge, angerichtet. „Da ist es nicht allein damit getan, die ökologischen Vorrangflächen freizugeben, damit wir die Futterversorgung unserer Tierbestände gewährleisten können. Nein, was wir brauchen ist eine Risikoabsicherung mit fairen und ausgewogenen Rahmenbedingungen für unsere sächsischen Landwirte, “ so der SLB-Präsident weiter.
Damit verweist Krawczyk auf die Mehrgefahrenversicherung, die neben Frost-, Hagel-, Sturm- und Starkregen- auch Dürreschäden mit absichert. Der SLB ist sich mit dem sächsischen Landwirtschaftsministerium einig darin, dass der Bund eine solche Versicherung auf den Weg bringen müsse. So sei es auch im sächsischen Koalitionsvertrag vereinbart. „Gerade vor dem Hintergrund einer zunehmenden Wertschätzung der Bevölkerung gegenüber unserer heimischen Landwirtschaft ist eine Unterstützung durch den Freistaat Sachsen dringend geboten. Eine Mehrgefahrenversicherung mit einer staatlichen Anschubfinanzierung ist dafür am besten geeignet, denn eine breite Absicherung von Risiken ist nur dann zu erreichen, wenn die Versicherungsprämien für die Bauern bezahlbar bleiben“, erklärt der Präsident abschließend.

Weitere Fakten entnehmen Sie bitte der angehängten Medieninformation.

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