17.03.2020

Mitgliederbrief: Auswirkungen von Corona auf die Landwirtschaft

Liebe Mitglieder,

erneut wende ich mich an Euch direkt, mit dem Wissen, dass es viele unbeantwortete Fragen und viel Unsicherheit gibt. Wieder einmal stehen wir vor Ereignissen und Herausforderungen, die es noch nie gab und welche im Besonderen unsere Verantwortung, unsere Solidarität und unsere Zwischenmenschlichkeit, weit über unseren Berufsstand hinaus, benötigen.

Für unsere Verbandsarbeit haben wir festgelegt, dass alle Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt bzw. auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Notwendige Gremiensitzungen für Beschlussfassungen und Informationsaustausch erfolgen im Wesentlichen über Telefonkonferenzen. Unsere Geschäftsstelle wird notbesetzt und unsere Mitarbeiter arbeiten durch Homeoffice offensiv an der Bewältigung anstehender Aufgaben.

Täglich erfolgt eine Lageberichterstattung aus den Regionen an unsere Hauptgeschäftsstelle, welche wiederum ihren Lagebericht täglich zum Sächsischen Staatsministerium für Ernährung, Klima, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL) meldet.

Ich kann ausdrücklich bestätigen, dass es über alle Ebenen unseres Berufsstandes bis zum Ministerium einen sehr professionellen und strukturierten Arbeitsstil gibt. Diese Tatsache beruhigt mich insbesondere, da ich dadurch die Sicherheit habe, dass alle Beteiligten eine hohe Transparenz über die Fakten, die Entscheidungen und die Folgen haben.

In einem persönlich geführten Gespräch mit Staatsminister Wolfram Günther haben wir uns über folgende Punkte verständigen können:
1. Alle Beschränkungen in der persönlichen oder betrieblichen Freiheit (bspw. Quarantäne) dürfen nicht zu einer Verhinderung der notwendigen Arbeit in unseren Landwirtschaftsbetrieben führen. Insbesondere die Tierhaltung, die anstehenden Feldarbeiten und die jetzt anstehenden Erntearbeiten (Spargel/Erdbeere etc.) dürfen nicht behindert werden. Landwirtschaft muss denselben Sonderstatus erhalten, wie Medizin und Rettungswesen.

2. Wir brauchen eine Lösung für Saisonarbeitskräfte aus dem osteuropäischen Raum. Obst- und Spargelernte, aber auch unsere Fleischverarbeitung beruht im Wesentlichen auf ausländischen Arbeitskräften und droht unter den aktuellen Bedingungen zusammen zu brechen.

3. Die Schäden aus den Folgen der Corona-Pandemie müssen auch in der Landwirtschaft fair entschädigt werden, wie es die Bundesregierung für die Wirtschaft allgemein versprochen hat.

Das Gespräch fand in einer sachlichen und sehr konstruktiven Atmosphäre statt.

Am 17. März 2020 wird es einen Corona-Krisengipfel unter der Führung des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, Staatsministerin Petra Köpping (SMS), Staatsminister Martin Dulig (SMWAV) und den wichtigsten Vertretern der Wirtschaft geben. Ich habe die Gelegenheit, als Vertreter unseres Berufstandes, die Interessen der sächsischen Landwirtschaft zu vertreten.

Ich bin überzeugt, dass sich unser Berufstand nach der Bewältigung dieser Krise, mit einem besseren Stellenwert in der Gesellschaft wiederfinden wird und ich werde mich dafür einsetzen, dass die zusätzlichen Belastungen für unsere Unternehmen so gering wie möglich gehalten werden. Daran müssen wir alle gemeinsam arbeiten.

In der Hoffnung, dass wir alle gesund und unbeschadet diese Krise überwinden werden,

Ihr Torsten Krawczyk

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