04.02.2016

Blick über den Tellerrand - Detaillierte Informationen zu den Vorträgen der Milchkonferenz

„Heutzutage ist es für uns Milchbauern enorm wichtig über den Tellerrand zu schauen und neue Vermarktungsstrukturen zu entwickeln. Überlegungen, wie wir als Erzeuger die Vermarktung unserer Milch aktiver mitgestalten können, wen wir als Partner ins Boot holen sollten und welche Hindernisse umschifft werden müssen.“, betonte Wolfgang Vogel in der Milchkonferenz. Dazu wurden Fachleute eingeladen, die diesen Blick ermöglichten.
Dr. Hans-Jürgen Seufferlein vom Verband der Milcherzeuger Bayern e.V. erläuterte die Struktur der bayerischen Erzeugerorganisation und Molkereiwirtschaft. Laut Vorgaben des Bundeskartellamtes und des Agrarmarktstrukturgesetzes dürfen Milcherzeuger bzw. Milcherzeugergemeinschaften nur als anerkannte Liefergruppe mit Satzung gemeinsam vermarkten. Innerhalb dieser Vereinigungen ist ein Milchpreisaustausch zulässig. In Bayern gibt es derzeit zwei anerkannte Dachorganisationen. Die Bayern MeG und die Milchplattform sind kartellrechtskonforme Informationsplattformen. Neben dem Informationsaustausch verkauft die Bayern MeG die Milch ihrer Mitglieder gebündelt und erzielt somit die bestmögliche Vermarktung der Milch einer Mitglieds-Milcherzeugergemeinschaft.
Joachim Burgemeister vom Genossenschaftsverband gab einen Einblick in die Besonderheiten der Vertragsgestaltung zwischen Erzeugern und Molkereigenossenschaften. Er forderte die Milcherzeuger als Miteigentümer der Molkereigenossenschaft auf, mehr von ihrem Mitbestimmungsrecht Gebrauch zu machen. Er gab einen Denkansatz bezüglich der Gestaltung der Lieferbeziehungen und erläuterte eine mögliche Umsetzung des oft diskutierten A-/B-Preis-Modells. Zum Schluss ging er auf das Prämienmodell der Molkerei FrieslandCampina ein. Vom 01. Januar bis 11. Februar 2016 honorierte die Molkerei dem Erzeuger eine Reduzierung der Milchmenge mit 2 Cent pro kg auf den Basispreis.
Zum Schluss erläuterte Johann Kalverkamp von der VR Agrarberatung AG in Ansätzen die Milchpreisabsicherung an der Börse. An Warenterminbörsen kann der Preis bis 18 Monate in die Zukunft abgesichert werden.
Mitglieder des Sächsischen Landesbauernverbandes e.V. finden die Vorträge ab sofort auf der SLB-Homepage unter der Rubrik „Info Milch“.


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